two ways

In den Berger Anlagen
Adenauerallee, Gelsenkirchen
2026
Stahl, ca. 8m
dauerhafte Skulptur

About two ways

About two ways

Die Arbeit operiert im Spannungsfeld dieser beiden Wege: zwischen Setzung und Auflösung. Indem sie die Leerstelle der Krone betont, verschiebt sie die Wahrnehmung vom Objekt hin zum Prozess und macht sichtbar, was sich meist entzieht – zeitliche Abläufe und Transformationen.
Gleichzeitig ist die Arbeit selbst in diese Prozesse eingeschrieben und an die materielle Integrität des Baumstumpfes gebunden. Mit dessen fortschreitendem Zerfall wird auch die skulpturale Setzung ihre Stabilität verlieren und schließlich verschwinden oder in andere Zusammenhänge überführt werden.
Two ways versteht Natur nicht als statischen Zustand, sondern als dynamisches Gefüge, in dem Wachstum und Verfall als gleichwertige Formen von Veränderung erscheinen. Die Esche bleibt so präsent – als Spur, als Prozess und als Anlass, Kontinuität jenseits von Dauer zu denken.
Ausgangspunkt der Arbeit two ways ist der Baumstumpf einer Esche in den Berger Anlagen in Gelsenkirchen-Buer, die im Frühjahr 2026 infolge des Eschentriebsterbens gefällt wurde. An die Stelle des gewachsenen Körpers tritt ein Fragment, das nicht nur als Überrest, sondern als produktiver Ausgangspunkt begriffen wird. Die skulpturale Intervention setzt hier an, entwickelt sich aus dem Stamm heraus und schreibt seine Form in veränderter Weise fort, ohne den verlorenen Zustand rekonstruieren zu wollen.
Der Titel two ways markiert kein Entweder-Oder, sondern ein gleichzeitiges Nebeneinander zweier Prozesse. Einerseits eröffnet sich die Möglichkeit eines Fortbestehens – eines Weiterdenkens, das sich als eine Art „Austreiben“ in eine neue, künstlich gesetzte Struktur übersetzt. Andererseits bleibt der Baumstumpf ein Körper im Übergang, der unaufhaltsam dem Verfall entgegengeht, der jedoch nicht als Defizit, sondern als Teil eines ökologischen Kreislaufs zu verstehen ist.